Wiederbelebungsmaßnahmen können erfolglos sein, nicht jeden Menschen mit Herz-Kreislaufstillstand können wir wiederbeleben, erfolgreich reanimieren. Warum kommt es in manchen Fällen trotzdem zu einer Rückkehr der Lebensfunktionen, bis heute gibt es keine Erklärung dafür. Das Ereignis, bekannt als „Lazarus Phänomen“ ist aber kein Einzelfall wie weltweite Umfragen ergeben haben.
Ein internationales Team aus Notfallmedizinern hat nun erstmals alle in der medizinischen Fachliteratur publizierten Fälle im Bereich der erweiterten Wiederbelebung durch professionelle Helfer – 65 seit 1982 – systematisch analysiert. Unter „Lazarus Phänomen“ fasst das Forscherteam alle Fälle von Notfallpatienten mit Herzkkreislaufstillstand zusammen , die nach der professionellen Herz-Lungen-Wiederbelebung aufgegeben wurden und dann eine spontane Rückkehr des Kreislaufs hatten. Von den 65 beschriebenen Fällen hat ein Drittel ( 22 Personen) den Kreislaufstillstand überlebt, 82 Prozent davon also 18 Patienten – ohne neurologischen Dauerschaden. Die wichtigste Empfehlung, die die Forscher daraus ableiten: Nach Beenden einer Herz – Lungen – Wiederbelebung soll ein Patient noch mindestens zehn Minuten mithilfe eines Elektrokardiogramms beobachtet und überwacht werden. Denn bei den 65 dokumentierten Fällen traten die Lebenszeichen im Durchschnitt nach fünf Minuten auf, die meisten innerhalb von zehn Minuten.
Die Studie ist im Scandinavien Journal of Trauma, Resuscitation and Emergency Resuscitation veröffentlicht.
(Quelle: Fachzeitschrift „Intensiv“, Ausgabe 1, Januar 2021, S4)

